Ein optimal funktionierendes Praxismanagement ist keine „Hexerei“, sondern einfach und unaufwendig realisierbar

Wie das funktioniert, zeigt ein Beitrag aus der Ärzte Zeitung vom 04.03.2016


”Schwachstellen aufdecken: Per Fern-Check die Praxis optimieren
Schwachpunkte in der Praxisorganisation zu finden und auszubessern macht Mühe. Unterstützung versprechen Berater. Als Alternative können Ärzte aber auch Fern-Checks nutzen. – 
Von Ilse Schlingensiepen

KÖLN. Wenn niedergelassene Ärzte das Gefühl haben, dass in ihrer Praxis etwas schief läuft, brauchen sie sich nicht gleich einen Berater in die Praxis zu holen. In vielen Fällen kann schon die Ferndiagnose durch Experten helfen, das Praxismanagement zu verbessern. Davon geht der Praxisberater Klaus-Dieter Thill aus, Inhaber des Instituts für betriebswirtschaftliche Analysen, Beratung und Strategie-Entwicklung (IFABS). Er bietet ein System für den Fern-Check an, das auf der Auswertung von Fragebögen und dem Benchmarking mit anderen Praxen basiert.
Die meisten Schwächen im Praxismanagement können die Ärzte in Eigenregie beheben. Dafür müssen sie sie aber erst einmal identifizieren, sagt Thill. “Oft sind es die kleinen Dinge, die in der Summe dann zu großen Problemen in den Praxen führen.” Er nennt ein typisches Beispiel: Der Arzt und sein Praxisteam ermitteln die durchschnittlichen Kontaktzeiten für das Erstgespräch, für Routinekontakte und für Notfälle. Diese Zeiten werden die Grundlage für die Terminplanung.
Checklisten gegen Schwächen
“Das Problem ist: Nach der Festlegung werden die Zeiten häufig nicht mehr überprüft”, sagt er. Da sich das Verhalten und die Ansprüche der Patienten ändern, passen die etablierten Routinen aber irgendwann nicht mehr. Die Praxisorganisation gerät durcheinander, ohne dass der Arzt oder die Medizinischen Fachangestellten wüssten, warum.
“Um so etwas festzustellen, braucht man keinen Berater, der für einen hohen Tagessatz plus Reisekosten in die Praxis kommt”, betont Thill. Checklisten können nach seiner Erfahrung hilfreich sein, um Schwächen in der Praxisorganisation auf die Schliche zu kommen.
Deshalb hat er in Zusammenarbeit mit Ärzten ein Praxismanagement-System entwickelt, das auf der Auswertung von Fragebögen basiert, den “IFABS Valetudo Check-up©“. Das Angebot umfasst Fragebögen für den Arzt, die Medizinischen Fachangestellten und die Patienten. “Das ermöglicht eine 360 Grad-Analyse der Praxis.”
Die Erhebung für den Arzt ist der umfänglichste Teil. Sie zielt auf die unterschiedlichen Aspekte des Praxismanagements, vom Bestellsystem über die Praxisführung und die Zusammenarbeit im Team bis zum Marketing und dem IGeL-Management.
Die ausgefüllten Fragebögen schickt der Praxisinhaber an das IFABS zurück. Das Institut erstellt auf dieser Basis eine Auswertung. An ihr kann der Arzt sehen, wie seine Praxis in den einzelnen Punkten abschneidet und die Stärken und Schwächen erkennen. Dabei arbeitet Thill nach eigenen Angaben mit einem doppelten Benchmarking: Er stellt die Ergebnisse zum einen dem Best-Practice-Standard gegenüber – also dem Idealzustand, bei dem alle Anforderungen an ein gutes Praxismanagement zu 100 Prozent erfüllt werden – und zum anderen dem Durchschnitt der jeweiligen Fachgruppe.
Berater als Ergänzung
“Der Arzt kann auf diese Weise sehen, wo er mit den Veränderungen in seiner Praxis ansetzen kann”, sagt Thill. Wem die Auswertung der Fragebögen nicht reicht, der kann immer noch einen Berater in die Praxis holen, ihn dann aber zielgerichtet auf einzelne Aspekte ansetzen.
Ärzte können die Unterlagen aus dem Internet laden, die Auswertung erhalten sie per E-Mail.

Auch als QuickCheck erhältlich, der bei Bedarf per Upgrade zum Check-up wird.