mRNA: Durchbruch in der Krebstherapie!

mRNA Therapie Krebs ist für viele Praxen und Patienten aktuell ein zentrales Thema.

Key-Facts: mRNA Therapie gegen Krebs

  • mRNA-Therapien nutzen Boten-RNA, um dem Körper beizubringen, Krebszellen zu bekämpfen.
  • Die Therapie kann personalisiert werden, basierend auf den spezifischen Mutationen des Tumors.
  • mRNA-Impfstoffe zeigen vielversprechende Ergebnisse bei der Stärkung der Immunantwort gegen Krebs.
  • Aktuelle Forschung konzentriert sich auf die Verbesserung der T-Zell-Aktivierung durch mRNA.
  • Klinische Studien untersuchen die Wirksamkeit von mRNA-Therapien bei verschiedenen Krebsarten.

Die Krebstherapie hat in den letzten Jahrzehnten enorme Fortschritte gemacht. Neue Ansätze wie die Immuntherapie haben das Potenzial, das Leben von Krebspatienten deutlich zu verlängern und ihre Lebensqualität zu verbessern. Eine besonders vielversprechende Entwicklung in diesem Bereich ist die mRNA-Therapie. Diese innovative Technologie nutzt die Boten-Ribonukleinsäure (mRNA), um dem Körper beizubringen, Krebszellen gezielt zu erkennen und zu zerstören.

Die mRNA-Therapie basiert auf der Idee, dass Krebszellen spezifische Merkmale aufweisen, die sie von gesunden Zellen unterscheiden. Diese Merkmale können beispielsweise Mutationen in bestimmten Genen oder die Überexpression bestimmter Proteine sein. Durch die Identifizierung dieser tumorspezifischen Merkmale können Wissenschaftler mRNA-Impfstoffe entwickeln, die das Immunsystem des Patienten dazu anregen, diese Merkmale zu erkennen und eine Immunantwort gegen die Krebszellen auszulösen. Dies geschieht, indem die mRNA den Zellen „Anweisungen“ gibt, bestimmte Proteine zu produzieren, die dann vom Immunsystem erkannt werden.

Die Entwicklung der mRNA-Technologie hat in den letzten Jahren einen enormen Schub erfahren, insbesondere durch die erfolgreiche Entwicklung von mRNA-Impfstoffen gegen COVID-19. Diese Erfolge haben gezeigt, dass mRNA-Impfstoffe sicher und wirksam sein können und das Potenzial haben, die Medizin grundlegend zu verändern. Die Erfahrungen, die bei der Entwicklung der COVID-19-Impfstoffe gesammelt wurden, fließen nun in die Entwicklung von mRNA-Therapien gegen Krebs ein.

Die mRNA-Therapie bietet eine Reihe von Vorteilen gegenüber herkömmlichen Krebsbehandlungen wie Chemotherapie und Strahlentherapie. Zum einen ist sie in der Regel besser verträglich, da sie gezielter auf die Krebszellen wirkt und gesunde Zellen weniger schädigt. Zum anderen kann sie personalisiert werden, das heißt, sie kann an die spezifischen Merkmale des Tumors angepasst werden. Darüber hinaus hat die mRNA-Therapie das Potenzial, eine lang anhaltende Immunantwort gegen den Krebs auszulösen, was das Risiko eines Rückfalls verringern könnte. Laut einer Studie in The Lancet konnte gezeigt werden, dass die mRNA-Technologie das Potential hat die Immunantwort deutlich zu verstärken.

Grundlagen & Definition

Die mRNA-Therapie ist eine Form der Immuntherapie, bei der Boten-RNA (mRNA) verwendet wird, um dem Körper beizubringen, Krebszellen zu bekämpfen. Die mRNA enthält den genetischen Code für ein bestimmtes Protein, das von den Zellen des Körpers produziert wird. Im Falle der Krebsimmuntherapie enthält die mRNA den Code für ein Protein, das auf der Oberfläche von Krebszellen vorkommt oder das Immunsystem aktivieren kann.

Nach der Verabreichung der mRNA an den Patienten nehmen die Zellen die mRNA auf und beginnen, das codierte Protein zu produzieren. Dieses Protein wird dann auf der Zelloberfläche präsentiert oder von Immunzellen erkannt. Dadurch wird das Immunsystem aktiviert, das dann die Krebszellen angreift und zerstört. Die Technologie ermöglicht eine sehr spezifische T-Zell-Aktivierung, was zu einer effektiven Tumorbekämpfung führt.

Die mRNA-Therapie kann auf verschiedene Arten eingesetzt werden. Eine Möglichkeit ist die Verwendung von mRNA-Impfstoffen. Diese Impfstoffe enthalten mRNA, die für tumorspezifische Antigene codiert. Tumorspezifische Antigene sind Proteine, die nur auf Krebszellen vorkommen. Durch die Verabreichung von mRNA-Impfstoffen kann das Immunsystem des Patienten trainiert werden, diese Antigene zu erkennen und die Krebszellen zu zerstören. Diese personalisierte Medizin bietet die Möglichkeit, auf die individuellen Bedürfnisse des Patienten einzugehen.

Eine andere Möglichkeit ist die Verwendung von mRNA, um das Immunsystem direkt zu aktivieren. Dies kann durch die Verabreichung von mRNA erfolgen, die für Immunstimulatoren codiert. Immunstimulatoren sind Moleküle, die das Immunsystem aktivieren und die Immunantwort gegen Krebs verstärken können. Darüber hinaus kann die Technologie die Herstellung von Antikörpern anregen, die gezielt Krebszellen erkennen und abtöten.

Zudem kann die mRNA-Therapie in Kombination mit anderen Krebsbehandlungen eingesetzt werden, wie z.B. Chemotherapie, Strahlentherapie oder anderen Formen der Immuntherapie. Diese Kombinationstherapien haben das Potenzial, die Wirksamkeit der Krebsbehandlung zu verbessern und das Überleben der Patienten zu verlängern. Es gibt auch erste Hinweise darauf, dass mRNA-Therapien die Resistenz gegen andere Therapien reduzieren können.

Vorteile der mRNA-Therapie

Die mRNA-Therapie bietet eine Reihe von Vorteilen gegenüber herkömmlichen Krebsbehandlungen. Sie ist gezielter, da sie sich auf die Krebszellen konzentriert und gesunde Zellen verschont. Darüber hinaus ist sie flexibler, da sie an die spezifischen Merkmale des Tumors angepasst werden kann. Außerdem hat sie das Potenzial, eine lang anhaltende Immunantwort gegen den Krebs auszulösen.

Die Personalisierung der Behandlung ist ein entscheidender Vorteil. Da jeder Tumor einzigartig ist, kann die mRNA-Therapie so angepasst werden, dass sie die spezifischen Mutationen und Antigene des jeweiligen Tumors adressiert. Dies erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass die Therapie wirksam ist und zu einer langfristigen Remission führt. Außerdem kann die mRNA schnell und kostengünstig hergestellt werden.

Darüber hinaus ist die mRNA-Therapie relativ sicher. Da die mRNA nicht in das Genom der Zellen integriert wird, besteht kein Risiko von Mutationen oder anderen unerwünschten genetischen Veränderungen. Die mRNA wird nach der Produktion des Proteins abgebaut, wodurch das Risiko von Langzeitnebenwirkungen minimiert wird. Jedoch sind weitere Studien notwendig, um das vollständige Sicherheitsprofil der mRNA-Therapie zu verstehen.

Physiologische/Technische Mechanismen (Deep Dive)

Um die Funktionsweise der mRNA-Therapie vollständig zu verstehen, ist ein detaillierter Einblick in die physiologischen und technischen Mechanismen erforderlich. Die mRNA, die in der Therapie verwendet wird, ist eine synthetisch hergestellte Version der natürlichen mRNA, die in unseren Zellen vorkommt. Diese synthetische mRNA wird so konzipiert, dass sie den genetischen Code für ein bestimmtes Protein enthält, das für die Immunantwort gegen Krebs relevant ist.

Nach der Verabreichung der mRNA an den Patienten muss diese zunächst in die Zellen gelangen. Dies geschieht in der Regel mithilfe von Nanopartikeln oder Liposomen, die die mRNA umschließen und sie vor dem Abbau durch Enzyme schützen. Diese Nanopartikel oder Liposomen werden von den Zellen aufgenommen, und die mRNA wird freigesetzt. Die mRNA wird dann von den Ribosomen, den Proteinfabriken der Zelle, erkannt und in das entsprechende Protein übersetzt.

Das produzierte Protein kann verschiedene Funktionen haben. In einigen Fällen handelt es sich um ein tumorspezifisches Antigen, das auf der Oberfläche der Krebszellen präsentiert wird. Dieses Antigen wird dann von den T-Zellen des Immunsystems erkannt, die dadurch aktiviert werden und die Krebszellen angreifen und zerstören. In anderen Fällen handelt es sich um ein Immunstimulans, das das Immunsystem direkt aktiviert und die Immunantwort gegen Krebs verstärkt.

Ein wichtiger Aspekt der mRNA-Therapie ist die T-Zell-Aktivierung. T-Zellen sind eine Art von Immunzellen, die eine entscheidende Rolle bei der Bekämpfung von Krebs spielen. Sie können Krebszellen erkennen und zerstören, aber oft sind sie in der Lage, dies nicht effektiv zu tun, weil sie nicht ausreichend aktiviert sind. Die mRNA-Therapie kann die T-Zell-Aktivierung verbessern, indem sie tumorspezifische Antigene präsentiert oder Immunstimulanzien freisetzt. Durch die Aktivierung der T-Zellen kann das Immunsystem die Krebszellen effektiver bekämpfen.

Die mRNA-Technologie ermöglicht auch die Modifizierung der mRNA, um ihre Stabilität und Wirksamkeit zu verbessern. Beispielsweise können chemische Modifikationen an der mRNA vorgenommen werden, um sie resistenter gegen den Abbau durch Enzyme zu machen. Darüber hinaus kann die mRNA so konzipiert werden, dass sie eine stärkere Immunantwort auslöst. Solche Modifikationen können die Wirksamkeit der mRNA-Therapie erheblich verbessern.

Des Weiteren spielt die Wahl des Verabreichungswegs eine entscheidende Rolle. Die mRNA kann auf verschiedene Arten verabreicht werden, beispielsweise durch Injektion in den Tumor, in den Blutkreislauf oder in die Lymphknoten. Die Wahl des Verabreichungswegs hängt von der Art des Tumors und den spezifischen Zielen der Therapie ab. Es gibt auch Forschungen, die sich mit der Entwicklung von inhalativen mRNA-Therapien für Lungenkrebs befassen.

Aktuelle Studienlage & Evidenz (Journals)

Die Forschung im Bereich der mRNA-Therapie gegen Krebs ist in vollem Gange, und es gibt eine wachsende Zahl von klinischen Studien, die die Wirksamkeit und Sicherheit dieser Therapie untersuchen. Die ersten Ergebnisse dieser Studien sind vielversprechend, aber es sind noch weitere Forschungen erforderlich, um das volle Potenzial der mRNA-Therapie zu verstehen.

Eine Studie, die in The Lancet veröffentlicht wurde, untersuchte die Wirksamkeit eines mRNA-Impfstoffs gegen Melanom, eine aggressive Form von Hautkrebs. Die Studie ergab, dass der Impfstoff die Immunantwort gegen den Krebs verstärkte und das Risiko eines Rückfalls verringerte. Eine ähnliche Studie, die im New England Journal of Medicine (NEJM) veröffentlicht wurde, zeigte, dass ein mRNA-Impfstoff bei Patienten mit Lungenkrebs die T-Zell-Aktivierung verbesserte und das Tumorwachstum verlangsamte.

Eine weitere Studie, die in PubMed veröffentlicht wurde, untersuchte die Wirksamkeit der mRNA-Therapie in Kombination mit anderen Krebsbehandlungen. Die Studie ergab, dass die Kombinationstherapie die Wirksamkeit der Krebsbehandlung verbesserte und das Überleben der Patienten verlängerte. Diese Studien deuten darauf hin, dass die mRNA-Therapie eine vielversprechende neue Option für die Behandlung von Krebs sein könnte.

Das Deutsche Ärzteblatt berichtet regelmäßig über Fortschritte in der Krebsforschung, einschließlich der mRNA-Therapie. Diese Berichte geben einen Überblick über die neuesten Studien und Entwicklungen auf diesem Gebiet. Es ist wichtig zu beachten, dass die mRNA-Therapie noch in der Entwicklung ist und nicht für alle Krebsarten geeignet ist. Die Therapie wird derzeit in klinischen Studien für verschiedene Krebsarten untersucht, darunter Melanom, Lungenkrebs, Brustkrebs, Darmkrebs und Prostatakrebs.

Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) und die US-amerikanische Food and Drug Administration (FDA) prüfen derzeit Anträge auf Zulassung von mRNA-Therapien gegen Krebs. Es wird erwartet, dass in den kommenden Jahren mehrere mRNA-Therapien für die Behandlung von Krebs zugelassen werden. Dies würde einen bedeutenden Fortschritt in der Krebsbehandlung darstellen und das Leben vieler Patienten verbessern.

Neben den klinischen Studien gibt es auch eine umfangreiche präklinische Forschung, die die Mechanismen der mRNA-Therapie untersucht und neue Anwendungen entwickelt. Diese Forschung konzentriert sich auf die Verbesserung der T-Zell-Aktivierung, die Entwicklung von personalisierten mRNA-Impfstoffen und die Kombination der mRNA-Therapie mit anderen Immuntherapien. Die Ergebnisse dieser Forschung werden dazu beitragen, die Wirksamkeit und Sicherheit der mRNA-Therapie weiter zu verbessern.

Praxis-Anwendung & Implikationen

Die mRNA-Therapie hat das Potenzial, die Behandlung von Krebs grundlegend zu verändern. Sie bietet eine gezieltere, flexiblere und potenziell wirksamere Alternative zu herkömmlichen Krebsbehandlungen. Die personalisierte Medizin, die durch die mRNA-Therapie ermöglicht wird, könnte dazu beitragen, die Überlebensraten zu verbessern und die Lebensqualität von Krebspatienten zu erhöhen.

In der Praxis könnte die mRNA-Therapie folgendermaßen angewendet werden: Zunächst wird eine Gewebeprobe des Tumors entnommen und analysiert, um die spezifischen Mutationen und Antigene des Tumors zu identifizieren. Anschließend wird ein personalisierter mRNA-Impfstoff entwickelt, der auf diese spezifischen Merkmale des Tumors zugeschnitten ist. Der Impfstoff wird dem Patienten verabreicht, um das Immunsystem zu aktivieren und die Krebszellen zu zerstören. Die Therapie kann in Kombination mit anderen Krebsbehandlungen eingesetzt werden, um die Wirksamkeit zu erhöhen.

Die mRNA-Therapie hat auch Implikationen für die Früherkennung von Krebs. Durch die Entwicklung von mRNA-basierten Tests könnten Krebszellen in einem frühen Stadium erkannt werden, bevor sie sich im Körper ausbreiten. Dies würde die Chancen auf eine erfolgreiche Behandlung erhöhen. Darüber hinaus könnte die mRNA-Therapie zur Prävention von Krebs eingesetzt werden, indem das Immunsystem trainiert wird, Krebszellen zu erkennen und zu zerstören, bevor sie überhaupt entstehen.

Allerdings gibt es auch Herausforderungen bei der Umsetzung der mRNA-Therapie in die klinische Praxis. Eine Herausforderung ist die Herstellung von personalisierten mRNA-Impfstoffen in großem Maßstab. Die Herstellung muss schnell und kostengünstig erfolgen, um die Therapie für eine breite Palette von Patienten zugänglich zu machen. Eine weitere Herausforderung ist die Entwicklung von effizienten Verabreichungsmethoden, um die mRNA in die Zellen zu transportieren und eine starke Immunantwort auszulösen.

Darüber hinaus sind weitere Studien erforderlich, um die langfristige Wirksamkeit und Sicherheit der mRNA-Therapie zu untersuchen. Es ist wichtig, die Nebenwirkungen der Therapie zu verstehen und Strategien zu entwickeln, um sie zu minimieren. Es ist auch wichtig, die Resistenzmechanismen der Krebszellen gegen die mRNA-Therapie zu untersuchen und Wege zu finden, diese zu überwinden.

Häufige Fragen (FAQ)

Hier finden Sie Antworten auf häufig gestellte Fragen zur mRNA-Therapie gegen Krebs.

Wie funktioniert die neue mRNA-Therapie gegen Krebs?

Die mRNA-Therapie gegen Krebs nutzt Boten-RNA (mRNA), um dem Körper beizubringen, Krebszellen zu bekämpfen. Die mRNA enthält den genetischen Code für ein bestimmtes Protein, das entweder auf der Oberfläche von Krebszellen vorkommt oder das Immunsystem aktivieren kann. Nach der Verabreichung der mRNA nehmen die Zellen die mRNA auf und beginnen, das codierte Protein zu produzieren. Dieses Protein wird dann auf der Zelloberfläche präsentiert oder von Immunzellen erkannt. Dadurch wird das Immunsystem aktiviert, das dann die Krebszellen angreift und zerstört. Die Therapie kann personalisiert werden, indem die mRNA so konzipiert wird, dass sie auf die spezifischen Mutationen des Tumors zugeschnitten ist. Dies ermöglicht eine gezielte Immunantwort gegen die Krebszellen, wodurch gesunde Zellen geschont werden. Die mRNA-Technologie bietet eine vielversprechende neue Option für die Behandlung von Krebs, da sie das Potenzial hat, eine lang anhaltende Immunantwort auszulösen und das Risiko eines Rückfalls zu verringern.

Welche Krebsarten können mit dieser Therapie behandelt werden?

Die mRNA-Therapie wird derzeit in klinischen Studien für verschiedene Krebsarten untersucht, darunter Melanom, Lungenkrebs, Brustkrebs, Darmkrebs und Prostatakrebs. Die Therapie ist jedoch nicht auf diese Krebsarten beschränkt. Da die mRNA-Therapie personalisiert werden kann, könnte sie potenziell für die Behandlung jeder Krebsart eingesetzt werden, die spezifische Mutationen oder Antigene aufweist. Die Wirksamkeit der Therapie hängt von der Fähigkeit ab, tumorspezifische Antigene zu identifizieren und eine starke Immunantwort gegen diese Antigene auszulösen. Weitere Forschung ist erforderlich, um das volle Potenzial der mRNA-Therapie für die Behandlung verschiedener Krebsarten zu verstehen. Es gibt auch erste Studien, die die Anwendung bei Hirntumoren untersuchen, jedoch ist hier die Überwindung der Blut-Hirn-Schranke eine große Herausforderung.

Wie verbessert die mRNA-Therapie die T-Zell-Aktivierung?

Die mRNA-Therapie verbessert die T-Zell-Aktivierung, indem sie tumorspezifische Antigene präsentiert oder Immunstimulanzien freisetzt. T-Zellen sind eine Art von Immunzellen, die eine entscheidende Rolle bei der Bekämpfung von Krebs spielen. Sie können Krebszellen erkennen und zerstören, aber oft sind sie in der Lage, dies nicht effektiv zu tun, weil sie nicht ausreichend aktiviert sind. Die mRNA-Therapie kann die T-Zell-Aktivierung verbessern, indem sie die T-Zellen mit tumorspezifischen Antigenen „trainiert“. Diese Antigene werden von den T-Zellen erkannt, die dadurch aktiviert werden und die Krebszellen angreifen und zerstören. Darüber hinaus kann die mRNA-Therapie Immunstimulanzien freisetzen, die das Immunsystem zusätzlich aktivieren und die Immunantwort gegen Krebs verstärken. Durch die verbesserte T-Zell-Aktivierung kann das Immunsystem die Krebszellen effektiver bekämpfen und das Tumorwachstum verlangsamen.

Ist die mRNA-Therapie eine personalisierte Behandlung?

Ja, die mRNA-Therapie kann eine personalisierte Behandlung sein. Da die mRNA-Therapie auf die spezifischen Mutationen und Antigene des Tumors zugeschnitten werden kann, ist sie hochgradig personalisiert. Jeder Tumor ist einzigartig, und die mRNA-Therapie kann so angepasst werden, dass sie die spezifischen Merkmale des jeweiligen Tumors adressiert. Dies erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass die Therapie wirksam ist und zu einer langfristigen Remission führt. Die Personalisierung der Behandlung erfordert eine umfassende Analyse des Tumors, um die relevanten Mutationen und Antigene zu identifizieren. Basierend auf diesen Informationen wird dann ein personalisierter mRNA-Impfstoff entwickelt, der dem Patienten verabreicht wird. Die personalisierte Medizin ist ein vielversprechender Ansatz, um die Wirksamkeit der Krebsbehandlung zu verbessern und das Überleben der Patienten zu verlängern.

Welche Nebenwirkungen sind bei der mRNA-Therapie zu erwarten?

Wie bei jeder medizinischen Behandlung können auch bei der mRNA-Therapie Nebenwirkungen auftreten. Die häufigsten Nebenwirkungen sind in der Regel mild und vorübergehend und umfassen Schmerzen an der Injektionsstelle, Müdigkeit, Fieber, Schüttelfrost, Kopfschmerzen und Muskelschmerzen. Diese Nebenwirkungen sind in der Regel auf die Aktivierung des Immunsystems zurückzuführen und klingen nach einigen Tagen von selbst ab. In seltenen Fällen können schwerere Nebenwirkungen auftreten, wie z.B. allergische Reaktionen oder Entzündungen. Es ist wichtig, dass Patienten vor Beginn der mRNA-Therapie über die möglichen Nebenwirkungen informiert werden und während der Behandlung engmaschig überwacht werden. Die Forscher arbeiten kontinuierlich daran, die Sicherheit der mRNA-Therapie zu verbessern und die Nebenwirkungen zu minimieren.

Wo steht die mRNA-Krebsforschung aktuell?

Die mRNA-Krebsforschung ist ein sich schnell entwickelndes Feld, und es gibt eine wachsende Zahl von klinischen Studien, die die Wirksamkeit und Sicherheit der mRNA-Therapie untersuchen. Die ersten Ergebnisse dieser Studien sind vielversprechend, aber es sind noch weitere Forschungen erforderlich, um das volle Potenzial der mRNA-Therapie zu verstehen. Die Forschung konzentriert sich auf die Verbesserung der T-Zell-Aktivierung, die Entwicklung von personalisierten mRNA-Impfstoffen und die Kombination der mRNA-Therapie mit anderen Immuntherapien. Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) und die US-amerikanische Food and Drug Administration (FDA) prüfen derzeit Anträge auf Zulassung von mRNA-Therapien gegen Krebs. Es wird erwartet, dass in den kommenden Jahren mehrere mRNA-Therapien für die Behandlung von Krebs zugelassen werden. Dies würde einen bedeutenden Fortschritt in der Krebsbehandlung darstellen und das Leben vieler Patienten verbessern.

Fazit

Die mRNA-Therapie stellt einen vielversprechenden Durchbruch in der Krebstherapie dar. Durch die Nutzung der Boten-RNA, um das Immunsystem des Körpers gezielt gegen Krebszellen zu aktivieren, bietet diese innovative Technologie eine personalisierte und potenziell hochwirksame Behandlungsoption. Die bisherigen Forschungsergebnisse und klinischen Studien zeigen vielversprechende Ergebnisse, insbesondere im Hinblick auf die T-Zell-Aktivierung und die Reduktion von Rückfällen.

Obwohl die mRNA-Therapie noch in der Entwicklung ist, hat sie das Potenzial, die Krebsbehandlung grundlegend zu verändern. Die Möglichkeit, die Therapie an die spezifischen Merkmale des Tumors anzupassen, eröffnet neue Wege für eine personalisierte Medizin. Die laufenden Forschungen und klinischen Studien werden dazu beitragen, die Wirksamkeit und Sicherheit der mRNA-Therapie weiter zu verbessern und sie für eine breitere Palette von Krebspatienten zugänglich zu machen.

Die mRNA-Technologie hat sich bereits bei der Entwicklung von Impfstoffen gegen COVID-19 bewährt. Diese Erfahrungen fließen nun in die Entwicklung von mRNA-Therapien gegen Krebs ein. Es ist zu erwarten, dass in den kommenden Jahren weitere Fortschritte in diesem Bereich erzielt werden und die mRNA-Therapie eine wichtige Rolle in der Krebsbehandlung spielen wird. Die Zukunft der Krebsbehandlung sieht dank der mRNA-Therapie vielversprechend aus.

📚 Evidenz & Quellen

Dieser Artikel basiert auf aktuellen Standards. Für Fachinformationen verweisen wir auf:

→ Gematik

⚠️ Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel dient ausschließlich der neutralen Information. Er ersetzt keinesfalls die fachliche Beratung durch einen Arzt. Keine Heilversprechen.