Luftverschmutzung Alzheimer Risiko ist für viele Praxen und Patienten aktuell ein zentrales Thema.
Key Facts: Luftverschmutzung und Alzheimer
- Langzeitbelastung: Langfristige Exposition gegenüber Feinstaub erhöht das Risiko für Alzheimer.
- Studienbasis: Eine umfassende Studie mit fast 28 Millionen älteren US-Amerikanern belegt den Zusammenhang.
- Direkte Wirkung: Die Luftverschmutzung wirkt sich primär direkt auf das Gehirn aus, nicht nur indirekt durch Begleiterkrankungen.
- Risikogruppen: Ältere Menschen und Personen mit Vorerkrankungen sind besonders gefährdet.
- Präventionsmaßnahmen: Maßnahmen zur Reduzierung der Luftverschmutzung und persönlicher Schutz können das Risiko mindern.
Die Luft, die wir atmen, ist lebensnotwendig. Jedoch birgt sie in unserer modernen Welt auch Gefahren. Neben den bekannten Risiken für Atemwege und Herz-Kreislauf-System rückt zunehmend eine weitere Bedrohung in den Fokus: die Verbindung zwischen Luftverschmutzung und neurodegenerativen Erkrankungen, insbesondere Alzheimer. Zahlreiche Studien deuten darauf hin, dass eine langfristige Exposition gegenüber verschmutzter Luft das Risiko, an Alzheimer zu erkranken, deutlich erhöhen kann.
Alzheimer ist eine der häufigsten Formen der Demenz und stellt eine enorme Belastung für Betroffene, ihre Familien und das Gesundheitssystem dar. Die Suche nach den Ursachen und Risikofaktoren dieser Krankheit ist daher von größter Bedeutung. In den letzten Jahren hat die Forschung verstärkt die Rolle von Umweltfaktoren in den Blick genommen, und die Ergebnisse sind alarmierend. Insbesondere Feinstaub und andere Schadstoffe in der Luft scheinen eine entscheidende Rolle bei der Entstehung und Beschleunigung von Alzheimer zu spielen.
Eine großangelegte Studie, die fast 28 Millionen ältere US-Amerikaner umfasste, lieferte eindrucksvolle Beweise für diesen Zusammenhang. Die Forscher fanden heraus, dass eine langfristige Exposition gegenüber Feinstaubpartikeln mit einer höheren Wahrscheinlichkeit verbunden war, an Alzheimer zu erkranken. Interessanterweise schien dieser Zusammenhang nicht nur durch indirekte Effekte, wie beispielsweise die Förderung von Bluthochdruck oder Depressionen, zustande zu kommen, sondern vor allem durch die direkte Wirkung der Schadstoffe auf das Gehirn.
Diese Erkenntnisse sind von immenser Bedeutung für die öffentliche Gesundheit. Sie unterstreichen die Notwendigkeit, die Luftqualität zu verbessern und Maßnahmen zu ergreifen, um die Bevölkerung vor den schädlichen Auswirkungen der Luftverschmutzung zu schützen. Darüber hinaus eröffnen sie neue Perspektiven für die Prävention und Behandlung von Alzheimer. Es ist daher unerlässlich, die Mechanismen, die hinter diesem Zusammenhang stehen, noch besser zu verstehen und gezielte Strategien zu entwickeln, um das Risiko für diese verheerende Krankheit zu minimieren. Denn saubere Luft ist nicht nur wichtig für unsere Lungen, sondern auch für unser Gehirn.
Inhaltsverzeichnis
Grundlagen & Definition
Luftverschmutzung umfasst eine Vielzahl von Schadstoffen, die in der Erdatmosphäre vorhanden sind und negative Auswirkungen auf die Gesundheit von Mensch und Umwelt haben können. Zu den Hauptbestandteilen der Luftverschmutzung gehören Feinstaub (PM2.5 und PM10), Stickstoffdioxid (NO2), Ozon (O3), Schwefeldioxid (SO2) und Kohlenmonoxid (CO). Diese Schadstoffe stammen aus verschiedenen Quellen, darunter Industrieanlagen, Verbrennungsmotoren, Heizungsanlagen und landwirtschaftliche Aktivitäten.
Feinstaub, insbesondere PM2.5, gilt als besonders gesundheitsschädlich, da diese Partikel aufgrund ihrer geringen Größe tief in die Atemwege eindringen und sogar in den Blutkreislauf gelangen können. Dadurch können sie Entzündungen im Körper auslösen und verschiedene Organe schädigen. Darüber hinaus können Feinstaubpartikel auch Schwermetalle und andere toxische Substanzen transportieren, die zusätzliche gesundheitliche Risiken bergen.
Demenz ist ein Oberbegriff für eine Gruppe von Erkrankungen, die durch einen fortschreitenden Verlust der kognitiven Fähigkeiten gekennzeichnet sind. Dazu gehören Gedächtnis, Denkvermögen, Sprache und Orientierung. Alzheimer ist die häufigste Form der Demenz und macht etwa 60 bis 80 Prozent aller Fälle aus. Die Alzheimer-Krankheit ist eine neurodegenerative Erkrankung, bei der es zu einer fortschreitenden Schädigung und zum Absterben von Nervenzellen im Gehirn kommt.
Die genauen Ursachen der Alzheimer-Krankheit sind noch nicht vollständig geklärt. Es wird jedoch angenommen, dass verschiedene Faktoren eine Rolle spielen, darunter genetische Veranlagung, Alter, Lebensstil und Umweltfaktoren. Zu den bekannten Risikofaktoren gehören neben dem Alter auch eine familiäre Vorbelastung, bestimmte genetische Mutationen, Bluthochdruck, Diabetes und Übergewicht. In den letzten Jahren hat die Forschung jedoch zunehmend die Bedeutung von Umweltfaktoren, insbesondere der Luftverschmutzung, für die Entstehung und das Fortschreiten der Alzheimer-Krankheit hervorgehoben. Umweltgifte, wie sie in verschmutzter Luft vorkommen, können das Gehirn schädigen und neurodegenerative Prozesse beschleunigen.
Luftqualität und Kognition
Die Luftqualität hat einen direkten Einfluss auf die kognitiven Funktionen. Studien haben gezeigt, dass eine hohe Belastung mit Luftschadstoffen die kognitive Leistungsfähigkeit beeinträchtigen kann. Dies betrifft insbesondere ältere Menschen, deren Gehirn bereits anfälliger für Schädigungen ist. Eine schlechte Luftqualität kann zu Gedächtnisproblemen, Konzentrationsschwierigkeiten und einer verlangsamten Denkgeschwindigkeit führen.
Darüber hinaus kann eine langfristige Exposition gegenüber Luftverschmutzung das Risiko für neurodegenerative Erkrankungen wie Alzheimer erhöhen. Die Schadstoffe können Entzündungen im Gehirn auslösen, die Nervenzellen schädigen und die Bildung von Amyloid-Plaques und Tau-Fibrillen fördern, die typischen Kennzeichen der Alzheimer-Krankheit sind. Folglich ist eine gute Luftqualität essenziell für die Aufrechterhaltung der kognitiven Gesundheit und die Prävention von Demenz.
Feinstaub und Demenz
Feinstaubpartikel sind besonders gefährlich, da sie aufgrund ihrer geringen Größe leicht in die Atemwege und den Blutkreislauf gelangen können. Von dort aus können sie verschiedene Organe erreichen, einschließlich des Gehirns. Im Gehirn können Feinstaubpartikel Entzündungen auslösen und oxidative Schäden verursachen, die Nervenzellen schädigen und zum Absterben bringen können. Diese Prozesse können zur Entstehung und zum Fortschreiten von Demenz beitragen.
Zudem können Feinstaubpartikel die Blut-Hirn-Schranke beeinträchtigen, eine Schutzbarriere, die das Gehirn vor schädlichen Substanzen schützt. Eine geschädigte Blut-Hirn-Schranke ermöglicht es Schadstoffen, leichter ins Gehirn einzudringen und dort Schaden anzurichten. Studien haben gezeigt, dass Menschen, die in Gebieten mit hoher Feinstaubbelastung leben, ein höheres Risiko haben, an Demenz zu erkranken.
Physiologische/Technische Mechanismen (Deep Dive)
Die physiologischen Mechanismen, durch die Luftverschmutzung das Gehirn schädigt und das Alzheimer-Risiko erhöht, sind komplex und vielfältig. Ein zentraler Mechanismus ist die Entzündung. Feinstaubpartikel und andere Luftschadstoffe können im Gehirn eine chronische Entzündungsreaktion auslösen. Diese Entzündung führt zur Aktivierung von Immunzellen, wie beispielsweise Mikroglia, die eigentlich dazu dienen, das Gehirn vor Schäden zu schützen. Eine übermäßige Aktivierung der Mikroglia kann jedoch zur Freisetzung von Entzündungsmediatoren führen, die Nervenzellen schädigen und zum Absterben bringen können. Diese Entzündungsprozesse sind ein wesentlicher Faktor bei der Entstehung von Alzheimer.
Ein weiterer wichtiger Mechanismus ist der oxidative Stress. Luftschadstoffe können die Bildung von freien Radikalen im Gehirn fördern. Freie Radikale sind hochreaktive Moleküle, die Zellstrukturen schädigen können, einschließlich der DNA, Proteine und Lipide. Diese oxidativen Schäden können die Funktion der Nervenzellen beeinträchtigen und zum Absterben führen. Darüber hinaus können freie Radikale die Bildung von Amyloid-Plaques und Tau-Fibrillen fördern, die typischen Kennzeichen der Alzheimer-Krankheit sind. Antioxidantien können helfen, freie Radikale zu neutralisieren und oxidative Schäden zu reduzieren. Eine Ernährung, die reich an Antioxidantien ist, kann daher dazu beitragen, das Gehirn vor den schädlichen Auswirkungen der Luftverschmutzung zu schützen.
Die Blut-Hirn-Schranke spielt eine entscheidende Rolle beim Schutz des Gehirns vor schädlichen Substanzen. Luftverschmutzung kann diese Barriere jedoch schwächen. Die chronische Exposition gegenüber Luftschadstoffen kann die Durchlässigkeit der Blut-Hirn-Schranke erhöhen, was es Schadstoffen ermöglicht, leichter ins Gehirn einzudringen und dort Schaden anzurichten. Eine geschwächte Blut-Hirn-Schranke kann auch die Entfernung von schädlichen Substanzen aus dem Gehirn beeinträchtigen, was zu einer Anreicherung von Toxinen im Gehirn führen kann. Die Aufrechterhaltung der Integrität der Blut-Hirn-Schranke ist daher wichtig, um das Gehirn vor den schädlichen Auswirkungen der Luftverschmutzung zu schützen.
Bestimmte Luftschadstoffe, wie beispielsweise Schwermetalle, können sich im Gehirn anreichern und dort direkt toxische Effekte ausüben. Schwermetalle können die Funktion von Enzymen beeinträchtigen, die für die Funktion der Nervenzellen wichtig sind, und die Bildung von Amyloid-Plaques und Tau-Fibrillen fördern. Darüber hinaus können Schwermetalle die Entzündungsreaktion im Gehirn verstärken und oxidative Schäden verursachen. Die Vermeidung der Exposition gegenüber Schwermetallen kann daher dazu beitragen, das Risiko für Alzheimer zu reduzieren.
Technische Aspekte der Schadstoffwirkung
Auf technischer Ebene interagieren die Schadstoffe mit zellulären Mechanismen. Nanopartikel, die in der Luft vorhanden sind, können direkt in die Zellen eindringen und dort die Mitochondrien schädigen, die Kraftwerke der Zelle. Diese Schädigung führt zu einer verminderten Energieproduktion und kann Zelltod auslösen. Zudem können bestimmte Schadstoffe die Proteinfaltung stören, was zur Aggregation von Proteinen führt, die typisch für neurodegenerative Erkrankungen sind. Die genauen Mechanismen, wie diese Prozesse ablaufen, sind Gegenstand aktueller Forschung.
Auswirkungen auf die Neurotransmission
Luftverschmutzung kann auch die Neurotransmission, die Kommunikation zwischen Nervenzellen, beeinträchtigen. Bestimmte Schadstoffe können die Freisetzung und Aufnahme von Neurotransmittern beeinflussen, was zu einer gestörten Signalübertragung im Gehirn führen kann. Dies kann sich auf verschiedene kognitive Funktionen auswirken, wie beispielsweise Gedächtnis und Lernen. Die Aufrechterhaltung einer gesunden Neurotransmission ist daher wichtig für die kognitive Gesundheit.
Aktuelle Studienlage & Evidenz (Journals)
Die aktuelle Studienlage zum Thema Luftverschmutzung und Alzheimer-Risiko ist umfangreich und liefert zunehmend überzeugende Beweise für einen Zusammenhang. Zahlreiche epidemiologische Studien haben gezeigt, dass Menschen, die in Gebieten mit hoher Luftverschmutzung leben, ein höheres Risiko haben, an Alzheimer zu erkranken. Eine im renommierten Fachjournal „The Lancet“ veröffentlichte Studie analysierte Daten von Millionen von Menschen und fand einen signifikanten Zusammenhang zwischen der Exposition gegenüber Feinstaub und dem Auftreten von Demenz.
Eine weitere Studie, die im „New England Journal of Medicine“ (NEJM) publiziert wurde, untersuchte die Auswirkungen von Luftverschmutzung auf die Gehirnstruktur und -funktion. Die Forscher fanden heraus, dass eine langfristige Exposition gegenüber Luftverschmutzung mit einer Abnahme des Gehirnvolumens und einer Beeinträchtigung der kognitiven Leistungsfähigkeit verbunden war. Diese Veränderungen im Gehirn sind typisch für Alzheimer und andere neurodegenerative Erkrankungen.
Auch das „Deutsche Ärzteblatt“ hat mehrfach über die Risiken der Luftverschmutzung berichtet und auf die Bedeutung von Präventionsmaßnahmen hingewiesen. In einem Artikel wurde betont, dass insbesondere ältere Menschen und Personen mit Vorerkrankungen besonders gefährdet sind und dass eine Reduzierung der Luftverschmutzung einen wichtigen Beitrag zur Gesundheitsförderung leisten kann.
PubMed, eine umfassende Datenbank für biomedizinische Literatur, enthält zahlreiche Studien, die den Zusammenhang zwischen Luftverschmutzung und Alzheimer untersuchen. Eine Meta-Analyse, die auf PubMed veröffentlicht wurde, fasste die Ergebnisse verschiedener Studien zusammen und kam zu dem Schluss, dass eine Exposition gegenüber Luftverschmutzung das Risiko für Alzheimer signifikant erhöht. Die Autoren betonten die Notwendigkeit weiterer Forschung, um die zugrunde liegenden Mechanismen besser zu verstehen und gezielte Präventionsstrategien zu entwickeln.
Zusammenhang mit anderen Erkrankungen
Einige Studien haben auch den Zusammenhang zwischen Luftverschmutzung und anderen Erkrankungen untersucht, die das Alzheimer-Risiko erhöhen können. So wurde beispielsweise festgestellt, dass Luftverschmutzung das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und Depressionen erhöht. Diese Erkrankungen sind allesamt Risikofaktoren für Alzheimer, was darauf hindeutet, dass Luftverschmutzung indirekt auch über diese Wege das Alzheimer-Risiko erhöhen kann.
Praxis-Anwendung & Implikationen
Die Erkenntnisse über den Zusammenhang zwischen Luftverschmutzung und Alzheimer haben wichtige Implikationen für die Praxis. Zum einen unterstreichen sie die Notwendigkeit, die Luftqualität zu verbessern und die Bevölkerung vor den schädlichen Auswirkungen der Luftverschmutzung zu schützen. Dies erfordert Maßnahmen auf verschiedenen Ebenen, von der Reduzierung der Emissionen durch Industrie und Verkehr bis hin zur Förderung umweltfreundlicher Technologien.
Zum anderen eröffnen die Erkenntnisse neue Perspektiven für die Prävention und Behandlung von Alzheimer. Menschen, die in Gebieten mit hoher Luftverschmutzung leben, sollten besonders auf ihre Gesundheit achten und Maßnahmen ergreifen, um ihre Exposition gegenüber Schadstoffen zu minimieren. Dazu gehört beispielsweise das Tragen von Atemschutzmasken an Tagen mit hoher Luftbelastung, das Vermeiden von Aufenthalten im Freien während der Hauptverkehrszeiten und die Nutzung von Luftreinigern in Innenräumen.
Darüber hinaus ist es wichtig, Risikofaktoren für Alzheimer zu minimieren, wie beispielsweise Bluthochdruck, Diabetes und Übergewicht. Eine gesunde Ernährung, regelmäßige Bewegung und der Verzicht auf Rauchen können dazu beitragen, das Risiko für Alzheimer zu senken. Auch eine gute soziale Unterstützung und geistige Aktivität sind wichtig für die Aufrechterhaltung der kognitiven Gesundheit.
Für Ärzte und andere Gesundheitsdienstleister ist es wichtig, das Thema Luftverschmutzung und Alzheimer-Risiko in ihre Beratung einzubeziehen. Patienten, die in Gebieten mit hoher Luftverschmutzung leben oder ein erhöhtes Risiko für Alzheimer haben, sollten über die Risiken aufgeklärt und über Maßnahmen zur Reduzierung ihrer Exposition informiert werden. Darüber hinaus sollten sie auf die Bedeutung einer gesunden Lebensweise und die Notwendigkeit regelmäßiger Vorsorgeuntersuchungen hingewiesen werden.
Politische Maßnahmen zur Verbesserung der Luftqualität
Auf politischer Ebene sind Maßnahmen zur Verbesserung der Luftqualität unerlässlich. Dazu gehören beispielsweise die Einführung von Umweltzonen, die Förderung des öffentlichen Nahverkehrs, die Subventionierung von Elektrofahrzeugen und die Einführung strengerer Emissionsstandards für Industrieanlagen. Auch die Förderung erneuerbarer Energien und die Reduzierung des Energieverbrauchs können einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der Luftqualität leisten.
Häufige Fragen (FAQ)
Wie beeinflusst Luftverschmutzung das Gehirn?
Luftverschmutzung beeinflusst das Gehirn auf vielfältige Weise. Feinstaubpartikel und andere Schadstoffe können Entzündungen im Gehirn auslösen, die Nervenzellen schädigen und zum Absterben bringen können. Zudem können Luftschadstoffe oxidative Schäden verursachen, die die Funktion der Nervenzellen beeinträchtigen und die Bildung von Amyloid-Plaques und Tau-Fibrillen fördern, die typischen Kennzeichen der Alzheimer-Krankheit sind. Darüber hinaus kann Luftverschmutzung die Blut-Hirn-Schranke schwächen, was es Schadstoffen ermöglicht, leichter ins Gehirn einzudringen und dort Schaden anzurichten. Studien haben gezeigt, dass Menschen, die in Gebieten mit hoher Luftverschmutzung leben, ein höheres Risiko haben, an Demenz zu erkranken.
Welche Personengruppen sind besonders gefährdet?
Besonders gefährdet sind ältere Menschen, da ihr Gehirn bereits anfälliger für Schädigungen ist. Auch Menschen mit Vorerkrankungen, wie beispielsweise Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes oder Atemwegserkrankungen, haben ein erhöhtes Risiko. Kinder und Schwangere sind ebenfalls besonders gefährdet, da ihr Gehirn und ihre Organe sich noch entwickeln. Menschen, die in Gebieten mit hoher Luftverschmutzung leben, sind ebenfalls stärker gefährdet. Darüber hinaus können genetische Faktoren eine Rolle spielen, die die Anfälligkeit für die schädlichen Auswirkungen der Luftverschmutzung erhöhen.
Kann man sich vor den Auswirkungen schützen?
Ja, es gibt verschiedene Maßnahmen, die man ergreifen kann, um sich vor den Auswirkungen der Luftverschmutzung zu schützen. Dazu gehört beispielsweise das Tragen von Atemschutzmasken an Tagen mit hoher Luftbelastung, das Vermeiden von Aufenthalten im Freien während der Hauptverkehrszeiten und die Nutzung von Luftreinigern in Innenräumen. Auch eine gesunde Ernährung, regelmäßige Bewegung und der Verzicht auf Rauchen können dazu beitragen, das Risiko für Alzheimer zu senken. Darüber hinaus ist es wichtig, Risikofaktoren für Alzheimer zu minimieren, wie beispielsweise Bluthochdruck, Diabetes und Übergewicht. Politische Maßnahmen zur Verbesserung der Luftqualität sind ebenfalls wichtig, um die Bevölkerung vor den schädlichen Auswirkungen der Luftverschmutzung zu schützen.
Welche Rolle spielt Feinstaub bei Alzheimer?
Feinstaub spielt eine zentrale Rolle bei der Entstehung von Alzheimer. Die Partikel können Entzündungen im Gehirn auslösen, die Nervenzellen schädigen und zum Absterben bringen können. Zudem können Feinstaubpartikel oxidative Schäden verursachen, die die Funktion der Nervenzellen beeinträchtigen und die Bildung von Amyloid-Plaques und Tau-Fibrillen fördern, die typischen Kennzeichen der Alzheimer-Krankheit sind. Aufgrund ihrer geringen Größe können Feinstaubpartikel leicht in die Atemwege und den Blutkreislauf gelangen und von dort aus verschiedene Organe erreichen, einschließlich des Gehirns. Eine langfristige Exposition gegenüber Feinstaub erhöht das Risiko für Alzheimer.
Gibt es regionale Unterschiede im Alzheimer-Risiko?
Ja, es gibt regionale Unterschiede im Alzheimer-Risiko, die auf unterschiedliche Belastungen mit Luftverschmutzung zurückzuführen sein können. In Gebieten mit hoher Luftverschmutzung, wie beispielsweise in Großstädten oder Industriegebieten, ist das Alzheimer-Risiko in der Regel höher als in Gebieten mit sauberer Luft. Auch die sozioökonomischen Bedingungen und die Verfügbarkeit von Gesundheitsversorgung können eine Rolle spielen. Studien haben gezeigt, dass Menschen, die in benachteiligten Stadtteilen leben, ein höheres Risiko haben, an Alzheimer zu erkranken. Die Berücksichtigung regionaler Unterschiede ist wichtig, um gezielte Präventionsmaßnahmen zu entwickeln und die Gesundheitsversorgung zu verbessern.
Welche Maßnahmen können zur Verbesserung der Luftqualität beitragen?
Es gibt verschiedene Maßnahmen, die zur Verbesserung der Luftqualität beitragen können. Dazu gehören beispielsweise die Reduzierung der Emissionen durch Industrie und Verkehr, die Förderung umweltfreundlicher Technologien, die Einführung von Umweltzonen, die Förderung des öffentlichen Nahverkehrs, die Subventionierung von Elektrofahrzeugen und die Einführung strengerer Emissionsstandards für Industrieanlagen. Auch die Förderung erneuerbarer Energien und die Reduzierung des Energieverbrauchs können einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der Luftqualität leisten. Darüber hinaus ist es wichtig, das Bewusstsein für die Risiken der Luftverschmutzung zu schärfen und die Bevölkerung über Maßnahmen zum Schutz vor den schädlichen Auswirkungen zu informieren. Internationale Zusammenarbeit ist ebenfalls unerlässlich, um die Luftverschmutzung grenzüberschreitend zu reduzieren.
Fazit
Die vorliegenden Erkenntnisse deuten stark darauf hin, dass Luftverschmutzung ein erheblicher Risikofaktor für die Entwicklung von Alzheimer ist. Die Schadstoffe in der Luft können das Gehirn auf verschiedene Weisen schädigen und neurodegenerative Prozesse beschleunigen. Dies unterstreicht die dringende Notwendigkeit, die Luftqualität zu verbessern und Maßnahmen zu ergreifen, um die Bevölkerung vor den schädlichen Auswirkungen der Luftverschmutzung zu schützen.
Für die Zukunft sind weitere Forschungsarbeiten erforderlich, um die genauen Mechanismen, die hinter diesem Zusammenhang stehen, noch besser zu verstehen und gezielte Präventions- und Behandlungsstrategien zu entwickeln. Es ist wichtig, das Bewusstsein für die Risiken der Luftverschmutzung zu schärfen und die Bevölkerung über Maßnahmen zum Schutz vor den schädlichen Auswirkungen zu informieren. Nur so kann es gelingen, das Alzheimer-Risiko zu senken und die Lebensqualität von Millionen von Menschen zu verbessern. Saubere Luft ist nicht nur wichtig für unsere Lungen, sondern auch für unser Gehirn und unsere kognitive Gesundheit.
📚 Evidenz & Quellen
Dieser Artikel basiert auf aktuellen Standards. Für Fachinformationen verweisen wir auf:
🧬 Wissenschaftliche Literatur
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Dieser Artikel dient ausschließlich der neutralen Information. Er ersetzt keinesfalls die fachliche Beratung durch einen Arzt. Keine Heilversprechen.