Kardiovaskuläre Erkrankung Prävention ist für viele Praxen und Patienten aktuell ein zentrales Thema.
Key Facts: Coursera’s KI gegen Herzkrankheiten
- Ziel: Verlängerung der menschlichen Lebensspanne durch Vorhersage und Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
- Methode: Kombination aus präventiven RNAi-Therapeutika und KI-gestützter Risikobewertung.
- Finanzierung: 80 Millionen US-Dollar Series A Finanzierung für Corsera Health.
- Fokus: Früherkennung und personalisierte Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
- Technologie: Einsatz von Künstlicher Intelligenz zur Analyse großer Datenmengen und Identifizierung von Risikofaktoren.
Herz-Kreislauf-Erkrankungen (HKE) stellen weltweit die häufigste Todesursache dar. Diese alarmierende Tatsache unterstreicht die dringende Notwendigkeit, innovative Strategien zur Früherkennung, Prävention und Behandlung zu entwickeln. Trotz erheblicher Fortschritte in der Kardiologie in den letzten Jahrzehnten bleibt die Herausforderung bestehen, Risikopatienten frühzeitig zu identifizieren und maßgeschneiderte Präventionsmaßnahmen zu implementieren, bevor irreversible Schäden entstehen. Die konventionellen Methoden zur Risikobewertung, wie sie beispielsweise in den gängigen Score-Systemen Anwendung finden, stoßen oft an ihre Grenzen, da sie komplexe Zusammenhänge und individuelle Risikoprofile nicht ausreichend berücksichtigen. Dies führt dazu, dass viele Menschen erst dann von ihrer Erkrankung erfahren, wenn bereits manifeste Symptome auftreten oder es zu einem schwerwiegenden Ereignis wie einem Herzinfarkt oder Schlaganfall kommt. Die damit verbundenen gesundheitlichen, sozialen und wirtschaftlichen Belastungen sind immens.
In diesem Kontext rückt die Rolle der Künstlichen Intelligenz (KI) in der kardiovaskulären Prävention zunehmend in den Fokus. KI-basierte Algorithmen haben das Potenzial, riesige Datenmengen aus verschiedenen Quellen zu analysieren – von genetischen Informationen über Lebensstilfaktoren bis hin zu bildgebenden Verfahren – und Muster zu erkennen, die dem menschlichen Auge verborgen bleiben. Dadurch können sie eine präzisere Risikostratifizierung ermöglichen und personalisierte Präventionsstrategien entwickeln. Das Unternehmen Corsera Health hat sich zum Ziel gesetzt, genau dieses Potenzial zu nutzen, indem es präventive RNAi-Therapeutika mit KI-gestützter Risikobewertung kombiniert. Die kürzlich erhaltene Finanzierung in Höhe von 80 Millionen US-Dollar unterstreicht das große Vertrauen in diesen Ansatz. Doch was genau steckt hinter dieser KI-Offensive gegen Herzkrankheiten? Welche physiologischen und technischen Mechanismen kommen zum Einsatz? Und welche Evidenz gibt es für die Wirksamkeit dieser neuen Strategien? Dieser Artikel wirft einen detaillierten Blick auf die Pläne von Corsera Health und beleuchtet die Chancen und Herausforderungen, die mit dem Einsatz von KI in der kardiovaskulären Prävention verbunden sind.
Inhaltsverzeichnis
Grundlagen & Definition

Bevor wir uns den spezifischen Plänen von Corsera Health zuwenden, ist es wichtig, einige grundlegende Begriffe und Konzepte zu klären. Kardiovaskuläre Erkrankungen umfassen eine Vielzahl von Erkrankungen, die das Herz und die Blutgefäße betreffen. Dazu gehören unter anderem die koronare Herzkrankheit (KHK), Herzinsuffizienz, Schlaganfall, periphere arterielle Verschlusskrankheit (PAVK) und angeborene Herzfehler. Gemeinsamer Nenner dieser Erkrankungen ist oft die Atherosklerose, eine chronisch-entzündliche Erkrankung der Arterien, bei der sich Plaques aus Cholesterin, Kalk und anderen Substanzen an den Gefäßwänden ablagern. Diese Plaques können die Blutgefäße verengen und den Blutfluss behindern, was zu einer Mangeldurchblutung der Organe und Gewebe führt. Im schlimmsten Fall können die Plaques aufbrechen und einen Thrombus bilden, der das Gefäß vollständig verschließt und zu einem Herzinfarkt oder Schlaganfall führt.
Die Entstehung von Atherosklerose ist ein komplexer Prozess, der von zahlreichen Faktoren beeinflusst wird. Zu den wichtigsten Risikofaktoren gehören:
- Erhöhte Cholesterinwerte (insbesondere LDL-Cholesterin)
- Hoher Blutdruck
- Diabetes mellitus
- Rauchen
- Übergewicht und Bewegungsmangel
- Familiäre Veranlagung
- Entzündungen
Die Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen zielt darauf ab, diese Risikofaktoren zu minimieren und die Entstehung von Atherosklerose zu verhindern oder zu verlangsamen. Dies kann durch eine Kombination aus Lebensstiländerungen (gesunde Ernährung, regelmäßige Bewegung, Rauchverzicht), medikamentöser Therapie (z.B. Statine zur Cholesterinsenkung, Antihypertensiva zur Blutdrucksenkung) und interventionellen Verfahren (z.B. Stentimplantation bei KHK) erreicht werden. Die Früherkennung von Risikopatienten ist dabei von entscheidender Bedeutung, um rechtzeitig mit den entsprechenden Maßnahmen beginnen zu können. Hier kommen Vorhersagemodelle ins Spiel, die auf Basis von Risikofaktoren das individuelle Herz-Kreislauf-Risiko berechnen. Diese Modelle sind jedoch oft ungenau und berücksichtigen nicht alle relevanten Faktoren. Künstliche Intelligenz bietet das Potenzial, diese Vorhersagemodelle zu verbessern und eine präzisere Risikostratifizierung zu ermöglichen.
Physiologische/Technische Mechanismen (Deep Dive)
Der Ansatz von Corsera Health basiert auf der Kombination von zwei innovativen Technologien: präventiven RNAi-Therapeutika und KI-gestützter Risikobewertung. Um die Funktionsweise dieser Technologien zu verstehen, ist ein detaillierter Blick auf die zugrunde liegenden physiologischen und technischen Mechanismen erforderlich.
RNAi-Therapeutika: RNA-Interferenz (RNAi) ist ein natürlicher Mechanismus, der in Zellen vorkommt und dazu dient, die Genexpression zu regulieren. Dabei werden kurze RNA-Moleküle (small interfering RNA, siRNA) eingesetzt, um die mRNA (messenger RNA) eines bestimmten Gens zu blockieren und somit die Produktion des entsprechenden Proteins zu verhindern. RNAi-Therapeutika nutzen diesen Mechanismus, um gezielt die Expression von Genen zu unterdrücken, die an der Entstehung von Krankheiten beteiligt sind. Im Bereich der kardiovaskulären Prävention könnten RNAi-Therapeutika beispielsweise eingesetzt werden, um die Expression von Genen zu reduzieren, die für die Synthese von LDL-Cholesterin verantwortlich sind. Dies würde zu einer Senkung des LDL-Cholesterinspiegels führen und somit das Risiko für Atherosklerose verringern. Die Verabreichung von RNAi-Therapeutika erfolgt in der Regel durch Injektion. Die siRNA-Moleküle werden dabei in Nanopartikel verpackt, um sie vor dem Abbau im Körper zu schützen und eine gezielte Anreicherung in den Zielzellen zu ermöglichen. Einmal in die Zelle aufgenommen, binden die siRNA-Moleküle an die entsprechende mRNA und induzieren deren Abbau. Die Wirkung von RNAi-Therapeutika ist in der Regel lang anhaltend, da die siRNA-Moleküle nicht abgebaut werden und weiterhin die Genexpression unterdrücken.
KI-gestützte Risikobewertung: Künstliche Intelligenz umfasst eine Vielzahl von Algorithmen und Techniken, die es Computern ermöglichen, menschenähnliche Aufgaben zu erledigen, wie z.B. das Lernen aus Daten, das Erkennen von Mustern und das Treffen von Entscheidungen. Im Bereich der kardiovaskulären Prävention kann KI eingesetzt werden, um große Mengen an Patientendaten zu analysieren und Risikofaktoren zu identifizieren, die mit herkömmlichen Methoden möglicherweise übersehen werden. Die KI-Algorithmen können dabei verschiedene Arten von Daten berücksichtigen, wie z.B. genetische Informationen, Laborwerte, bildgebende Befunde, Lebensstilfaktoren und medizinische Vorgeschichte. Durch die Analyse dieser Daten können die Algorithmen Muster erkennen, die auf ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen hindeuten. Diese Muster können dann genutzt werden, um individuelle Risikoprofile zu erstellen und personalisierte Präventionsstrategien zu entwickeln. Die KI-Algorithmen werden in der Regel trainiert, indem sie mit großen Mengen an Patientendaten gefüttert werden, bei denen dasOutcome (z.B. Herzinfarkt, Schlaganfall) bekannt ist. Die Algorithmen lernen dann, welche Risikofaktoren mit einem erhöhten Risiko für diese Outcomes verbunden sind. Je größer und vielfältiger der Datensatz, desto genauer und zuverlässiger werden die Algorithmen. Ein wichtiger Aspekt der KI-gestützten Risikobewertung ist die Berücksichtigung von Interaktionen zwischen verschiedenen Risikofaktoren. So kann beispielsweise die Kombination von Rauchen und hohem Blutdruck ein deutlich höheres Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen darstellen als die Summe der Einzelrisiken. KI-Algorithmen sind in der Lage, solche komplexen Interaktionen zu erkennen und in die Risikobewertung einzubeziehen.
Aktuelle Studienlage & Evidenz (Journals)
Die Anwendung von KI in der Kardiologie ist ein sich entwickelndes Feld, und die Evidenz für die Wirksamkeit von KI-basierten Vorhersagemodellen und Präventionsstrategien nimmt stetig zu. Eine Analyse im The Lancet zeigte, dass KI-Algorithmen in der Lage sind, Herzinfarkte mit einer höheren Genauigkeit vorherzusagen als herkömmliche Risikoscores. Die Studie nutzte Daten von mehreren tausend Patienten und konnte zeigen, dass die KI-Algorithmen in der Lage waren, subtile Muster und Zusammenhänge zu erkennen, die mit herkömmlichen Methoden übersehen wurden. Daten aus dem New England Journal of Medicine (NEJM) präsentierten vielversprechende Ergebnisse hinsichtlich des Einsatzes von KI zur Verbesserung der Diagnose von Herzinsuffizienz. Die Studie zeigte, dass KI-Algorithmen in der Lage waren, Herzinsuffizienz anhand von Elektrokardiogrammen (EKG) mit einer hohen Genauigkeit zu diagnostizieren, was zu einer schnelleren und effizienteren Behandlung führen könnte. Ein Bericht im Deutschen Ärzteblatt beleuchtete die Herausforderungen und Chancen des Einsatzes von KI in der kardiovaskulären Versorgung. Der Bericht betonte die Notwendigkeit einer sorgfältigen Validierung und Implementierung von KI-basierten Systemen, um sicherzustellen, dass sie sicher, effektiv und gerecht sind. Eine Veröffentlichung in JAMA untersuchte den Einsatz von KI zur personalisierten Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Die Studie zeigte, dass KI-Algorithmen in der Lage sind, individuelle Risikoprofile zu erstellen und maßgeschneiderte Präventionsstrategien zu entwickeln, die auf die spezifischen Bedürfnisse und Risikofaktoren jedes Patienten zugeschnitten sind. Studien auf PubMed zeigen, dass die Kombination von RNAi-Therapeutika und KI-gestützter Risikobewertung ein vielversprechender Ansatz zur kardiovaskulären Prävention sein könnte. Allerdings sind weitere Studien erforderlich, um die langfristige Wirksamkeit und Sicherheit dieser Strategien zu belegen.
Praxis-Anwendung & Implikationen
Die Pläne von Corsera Health könnten weitreichende Implikationen für die Prävention und Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen haben. Wenn es gelingt, KI-basierte Vorhersagemodelle zu entwickeln, die eine präzisere Risikostratifizierung ermöglichen, könnten Ärzte in der Lage sein, Risikopatienten frühzeitiger zu identifizieren und gezielter zu behandeln. Dies könnte zu einer Reduktion von Herzinfarkten, Schlaganfällen und anderen kardiovaskulären Ereignissen führen. Die personalisierte Präventionsstrategien, die auf Basis der KI-Analyse entwickelt werden, könnten es den Patienten ermöglichen, ihre Risikofaktoren besser zu kontrollieren und ihre Lebensweise entsprechend anzupassen. Dies könnte zu einer verbesserten Lebensqualität und einer längeren Lebenserwartung führen. Der Einsatz von RNAi-Therapeutika könnte eine neue Möglichkeit bieten, die Cholesterinwerte effektiv zu senken und somit das Risiko für Atherosklerose zu verringern. Dies könnte insbesondere für Patienten von Bedeutung sein, bei denen herkömmliche Cholesterinsenker nicht ausreichend wirksam sind oder nicht vertragen werden. Es ist jedoch wichtig zu betonen, dass die Anwendung von KI in der Kardiologie auch ethische und gesellschaftliche Fragen aufwirft. So ist es beispielsweise wichtig sicherzustellen, dass die KI-Algorithmen fair und unvoreingenommen sind und keine Diskriminierung aufgrund von Geschlecht, Alter, ethnischer Zugehörigkeit oder anderen Faktoren stattfindet. Auch der Datenschutz und die Datensicherheit müssen gewährleistet sein, um das Vertrauen der Patienten in die KI-basierten Systeme zu erhalten. Darüber hinaus ist es wichtig, die Rolle des Arztes nicht zu unterschätzen. KI-basierte Systeme sollten als Werkzeug betrachtet werden, das den Arzt bei der Entscheidungsfindung unterstützt, aber nicht ersetzt. Die letztendliche Verantwortung für die Diagnose und Behandlung des Patienten liegt weiterhin beim Arzt.
Häufige Fragen (FAQ)
Was genau plant Coursera im Bereich der kardiovaskulären Prävention?
Corsera Health plant, eine Kombination aus präventiven RNAi-Therapeutika und KI-gestützter Risikobewertung einzusetzen, um Herz-Kreislauf-Erkrankungen frühzeitig zu erkennen und zu verhindern. Das Unternehmen zielt darauf ab, durch die Analyse großer Datenmengen und die Identifizierung von Risikofaktoren, die mit herkömmlichen Methoden möglicherweise übersehen werden, eine präzisere Risikostratifizierung zu ermöglichen und personalisierte Präventionsstrategien zu entwickeln. Die RNAi-Therapeutika sollen gezielt die Expression von Genen unterdrücken, die an der Entstehung von Atherosklerose beteiligt sind, wie beispielsweise Gene, die für die Synthese von LDL-Cholesterin verantwortlich sind. Durch die Kombination dieser beiden Technologien erhofft sich Corsera Health, das Risiko für Herzinfarkte, Schlaganfälle und andere kardiovaskuläre Ereignisse zu reduzieren und die Lebensqualität und Lebenserwartung der Patienten zu verbessern. Der Ansatz basiert auf der Idee, dass eine frühzeitige und personalisierte Intervention effektiver ist als eine reaktive Behandlung, die erst nach dem Auftreten von Symptomen erfolgt.
Welche Rolle spielt künstliche Intelligenz bei der Vorhersage von Herzkrankheiten?
Künstliche Intelligenz spielt eine entscheidende Rolle bei der Vorhersage von Herzkrankheiten, indem sie große Mengen an Patientendaten analysiert und Muster erkennt, die auf ein erhöhtes Risiko hindeuten. KI-Algorithmen können verschiedene Arten von Daten berücksichtigen, wie z.B. genetische Informationen, Laborwerte, bildgebende Befunde, Lebensstilfaktoren und medizinische Vorgeschichte. Durch die Analyse dieser Daten können die Algorithmen individuelle Risikoprofile erstellen und personalisierte Präventionsstrategien entwickeln. Ein wichtiger Vorteil von KI ist die Fähigkeit, komplexe Interaktionen zwischen verschiedenen Risikofaktoren zu erkennen und in die Risikobewertung einzubeziehen. So kann beispielsweise die Kombination von Rauchen und hohem Blutdruck ein deutlich höheres Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen darstellen als die Summe der Einzelrisiken. KI-Algorithmen sind in der Lage, solche komplexen Interaktionen zu erkennen und in die Risikobewertung einzubeziehen. Darüber hinaus können KI-Algorithmen kontinuierlich lernen und sich verbessern, indem sie mit neuen Daten gefüttert werden. Dies ermöglicht eine immer präzisere und zuverlässigere Vorhersage von Herzkrankheiten.
Für wen ist die Früherkennung von kardiovaskulären Erkrankungen besonders wichtig?
Die Früherkennung von kardiovaskulären Erkrankungen ist besonders wichtig für Menschen mit einem erhöhten Risiko. Dazu gehören Personen mit einer familiären Vorbelastung für Herzkrankheiten, Menschen mit Risikofaktoren wie hohem Blutdruck, erhöhten Cholesterinwerten, Diabetes mellitus, Rauchen, Übergewicht und Bewegungsmangel. Auch ältere Menschen haben ein höheres Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und profitieren daher von einer frühzeitigen Erkennung und Prävention. Darüber hinaus ist die Früherkennung auch für Menschen wichtig, die beruflich stark belastet sind oder unter chronischem Stress leiden, da Stress ein Risikofaktor für Herzkrankheiten sein kann. Durch eine frühzeitige Erkennung von Risikofaktoren und eine entsprechende Lebensstiländerung oder medikamentöse Therapie können Herzinfarkte, Schlaganfälle und andere kardiovaskuläre Ereignisse verhindert oder verzögert werden. Die Früherkennung ermöglicht es auch, personalisierte Präventionsstrategien zu entwickeln, die auf die individuellen Bedürfnisse und Risikofaktoren jedes Patienten zugeschnitten sind.
Wie zuverlässig sind Vorhersagemodelle für Herzkrankheiten?
Die Zuverlässigkeit von Vorhersagemodellen für Herzkrankheiten variiert je nach Modell und den verwendeten Daten. Herkömmliche Risikoscores, die auf einer begrenzten Anzahl von Risikofaktoren basieren, sind oft ungenau und berücksichtigen nicht alle relevanten Faktoren. KI-basierte Vorhersagemodelle haben das Potenzial, eine höhere Genauigkeit zu erzielen, da sie große Mengen an Patientendaten analysieren und komplexe Interaktionen zwischen verschiedenen Risikofaktoren berücksichtigen können. Allerdings ist es wichtig zu betonen, dass auch KI-basierte Modelle nicht perfekt sind und Fehler machen können. Die Genauigkeit der Modelle hängt von der Qualität und Vielfalt der Trainingsdaten ab. Wenn die Trainingsdaten nicht repräsentativ für die Gesamtbevölkerung sind, können die Modelle zu falschen Vorhersagen führen. Darüber hinaus ist es wichtig, die Modelle regelmäßig zu validieren und zu aktualisieren, um sicherzustellen, dass sie weiterhin zuverlässig sind. Die Ergebnisse von Vorhersagemodellen sollten immer im Kontext der individuellen Patientengeschichte und der klinischen Beurteilung des Arztes interpretiert werden. Die Modelle sollten als Werkzeug betrachtet werden, das den Arzt bei der Entscheidungsfindung unterstützt, aber nicht ersetzt.
Welche anderen präventiven Maßnahmen gibt es, um das Risiko für Herzkrankheiten zu senken?
Neben den von Corsera Health geplanten Maßnahmen gibt es eine Vielzahl anderer präventiver Maßnahmen, die dazu beitragen können, das Risiko für Herzkrankheiten zu senken. Dazu gehören:
- Gesunde Ernährung: Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse, Vollkornprodukten und magerem Eiweiß kann dazu beitragen, das Cholesterin zu senken, den Blutdruck zu regulieren und das Gewicht zu kontrollieren.
- Regelmäßige Bewegung: Regelmäßige körperliche Aktivität kann das Herz stärken, den Blutdruck senken, das Cholesterin verbessern und das Gewicht reduzieren.
- Rauchverzicht: Rauchen ist ein wichtiger Risikofaktor für Herzkrankheiten. Ein Rauchstopp kann das Risiko erheblich senken.
- Blutdruckkontrolle: Ein hoher Blutdruck sollte medikamentös behandelt werden, um das Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle zu senken.
- Cholesterinsenkung: Erhöhte Cholesterinwerte sollten medikamentös behandelt werden, um die Entstehung von Atherosklerose zu verhindern oder zu verlangsamen.
- Diabeteskontrolle: Ein gut eingestellter Blutzuckerspiegel kann das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei Diabetikern senken.
- Stressmanagement: Chronischer Stress kann das Risiko für Herzkrankheiten erhöhen. Entspannungstechniken wie Yoga oder Meditation können helfen, Stress abzubauen.
- Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen: Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen können helfen, Risikofaktoren frühzeitig zu erkennen und zu behandeln.
Wo finde ich vertrauenswürdige Informationen über Herzgesundheit und Prävention?
Es gibt viele Quellen für Informationen über Herzgesundheit und Prävention, aber es ist wichtig, auf die Glaubwürdigkeit der Quellen zu achten. Vertrauenswürdige Informationen finden Sie beispielsweise auf den Webseiten von:
- Deutschen Herzstiftung: Die Deutsche Herzstiftung bietet umfassende Informationen über Herzkrankheiten, Risikofaktoren, Prävention und Behandlung.
- Deutschen Gesellschaft für Kardiologie: Die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie ist eine wissenschaftliche Fachgesellschaft, die Informationen für Ärzte und Patienten bereitstellt.
- Robert Koch-Institut: Das Robert Koch-Institut ist eine Bundesbehörde, die Informationen über die Gesundheit der Bevölkerung bereitstellt.
- Weltgesundheitsorganisation (WHO): Die WHO ist eine internationale Organisation, die Informationen über globale Gesundheitsfragen bereitstellt.
- National Institutes of Health (NIH): Die NIH sind eine US-amerikanische Behörde, die Informationen über biomedizinische Forschung bereitstellt.
- PubMed: PubMed ist eine Datenbank mit wissenschaftlichen Artikeln aus dem Bereich der Medizin.
Achten Sie bei der Suche nach Informationen im Internet auf die Glaubwürdigkeit der Quelle. Informationen von kommerziellen Anbietern sollten kritisch hinterfragt werden. Fragen Sie im Zweifelsfall Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.
Fazit
Die Pläne von Corsera Health, KI und RNAi-Therapeutika zur Bekämpfung von Herzkrankheiten einzusetzen, stellen einen vielversprechenden Ansatz in der kardiovaskulären Prävention dar. Die Kombination dieser innovativen Technologien könnte es ermöglichen, Risikopatienten frühzeitiger zu identifizieren, personalisierte Präventionsstrategien zu entwickeln und neue Therapieoptionen anzubieten. Allerdings sind weitere Studien erforderlich, um die langfristige Wirksamkeit und Sicherheit dieser Strategien zu belegen. Es ist wichtig, die ethischen und gesellschaftlichen Fragen, die mit dem Einsatz von KI in der Kardiologie verbunden sind, zu berücksichtigen und sicherzustellen, dass die KI-basierten Systeme fair, unvoreingenommen und datenschutzkonform sind. Wenn diese Herausforderungen gemeistert werden können, könnte KI eine wichtige Rolle bei der Reduktion von Herzinfarkten, Schlaganfällen und anderen kardiovaskulären Ereignissen spielen und zu einer verbesserten Lebensqualität und einer längeren Lebenserwartung beitragen. Die Zukunft der kardiovaskulären Prävention liegt möglicherweise in der personalisierten Medizin, die auf Basis von KI-Analyse und innovativen Therapien maßgeschneiderte Behandlungsstrategien für jeden Patienten entwickelt.
📚 Evidenz & Quellen
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🧬 Wissenschaftliche Literatur
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Dieser Artikel dient ausschließlich der neutralen Information. Er ersetzt keinesfalls die fachliche Beratung durch einen Arzt. Keine Heilversprechen.