Warum wird man Arzt? Teil 1 Der Familienver(ge-?)bundene
Zweifellos eine heikle Frage. Denn auch, wenn es uns Arztromane auf Groschenheftniveau und diverse Fernsehserien glauben machen wollen, ist nicht jeder Arzt einer „aus Berufung“.
Der Familienver(oder ge- ?)bundene.
Vati oder Onkel Herbert oder sonst wer aus der näheren Verwandtschaft ist Arzt und möchte seine Praxis am liebsten dem eigenen Sprössling vererben. Schließlich ist so eine Praxis in irgendeiner Form ein „Lebenswerk“, das so zumindest in der eigenen Familie bleibt, anstatt an irgendeinen daher gelaufenen wohlhabenden Facharztprüfungsabsolventen verhökert zu werden. Ob der genannte Sprössling mit dieser vorweg genommenen Berufsplanung immer so glücklich ist, sei dahin gestellt. Abgesehen von der Wahl des Studienfaches ist damit nämlich auch die Facharztrichtung und der spätere Arbeitsort bis zur Rente vorgeplant. Andererseits erwächst daraus auch eine gewisse Sicherheit, es entfällt der Karrieredruck, die lästige Stellensuche nach dem Facharzt, viele Patienten bleiben aus Nostalgie und Zuneigung zum Senior auch dem Junior treu und garantieren ein mehr oder minder stabiles Einkommen.
Fazit: Letztlich bin ich dann doch froh, kein Arztkind zu sein, stelle aber gleichzeitig mit Schrecken fest, dass ich ja womöglich irgendwann ein Arztkind zu Hause habe, nämlich mein eigenes Kind! Aber unter uns: irgendwie würde es einen schon freuen, wenn das eigene Kind den gleichen Beruf ergreift, wie man selbst, oder?
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